Greifswalder Universitäts-Journal Ausgabe 5/2003 (Dez)
Restaurang Eros
Colloquium Balticum III in LundDie retifices Baltici vernetzen sich weiter: wie schon vor zwei Jahren lud die Lunder Klassiska Institutionen Studierende und Lehrende der Greifswalder Latinistik (diesmal zwölf an der Zahl) sowie Kolleginnen, Kollegen, studiosae und studiosi - stolze 46 insgesamt - aus Schweden und den drei baltischen Republiken zu einer Konferenz.
Nach einem - man darf es schon sagen - bewährt herzlichen Empfang im Institut am Sonntagabend, gefolgt von einer äußerst amüsanten Bühnenadaption von Winnie (die Schweden sagen Nalle) ille Pu durch die Rigaer Delegation, waren der Montag einer Reihe von zwölf, der Dienstag insgesamt sieben Vorträgen gewidmet, die teils von schwedischer, teils von lettischer, litauischer, estnischer und deutscher Seite bestritten wurden.Thematisch lag der Schwerpunkt, vielleicht noch dezidierter als bei den beiden vergangenen Symposien in Greifswald (2002) und Lund (2001), auf Fragen der Antikerezeption im Ostseeraum. So beleuchtete zum Beispiel Kaarina Rein den Gebrauch der (neu-)lateinischen Sprache durch estnische Ärzte näher, stellte Eugenija Ulcinaite Aspekte der Städtelob-Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts in bezug auf Vilnius vor, spürte Vita Paparinska dem Verhältnis der römischen Geschichtsschreibung zum Chronicon Heinrici nach, präsentierte James Dobreff die Korrespondenz des Superintendenten Herman Samsonius und untersuchte Ojars Lams die Gestaltungen der Figur des Spartacus auf der modernen lettischen Bühne.
Einen gesonderten thematischen Schwerpunkt bildeten die Vorträge, die sich mit gattungspoetischen, sprachlichen und rezeptionsgeschichtlichen Aspekten neulateinischer Gelegenheitsdichtung im Ostseeraum beschäftigten (Katre Kaju, Jana Orion, Ivo Volt, Boris Dunsch). Aber auch allgemeinere Themen kamen zur Sprache, so die Poetik des Petrus Crinitus (Gregor Vogt-Spira), Pseudo-Xenophon (Harijs Tumans) oder der Gestaltwechsel und die Götterepiphanien in der Odyssee (Bernadette Banaskiewicz).
Den Montagabend verbrachten wir - es ist schon fast eine Tradition - in geselliger Runde bei geistreichem Gespräch mit kulinarischen Köstlichkeiten im Restaurang Eros. Vita Paparinska lud die philologischen Netzfischer für 2004 nach Riga. Nur eine Frage bleibt noch offen: welches Theaterstück werden wir Greifswalder bis dahin einstudiert haben?
Dr. Boris Dunsch, Institut für AltertumswissenschaftenPresseartikel - Colloquium Balticum
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