Greifswalder Universitäts-Journal Ausgabe 6/2001 (Dez)
Vivit, crescit, floret - Camena Borealis
Auf Einladung der Lunder Klassiska Institutionen reisten 21 Studierende und Lehrende der Latinistik aus dem Institut für Altertumswissenschaften vom 11. bis zum 13. 11. nach Schweden, um den ohnehin engen, auch historisch begründeten Kontakt, der auf Universitäts- und auch Institutsebene zwischen Greifswald und seiner 1611 gegründeten Schwester gepflegt wird, noch zu intensivieren.An dem international ausgerichteten Treffen nahmen auch Wissenschaftlerinnen aus den drei baltischen Republiken teil. Nach einem herzlichen Empfang im Institut am Sonntagabend war der Montag einer Reihe von sieben Vorträgen gewidmet, teils von schwedischer, teils von deutscher Seite, u. a. zu Themen wie der Verwendung des Koiné-Griechischen im synagogalen Kontext (Jerker Blomqvist, Georg Walser), der Dichtung im Dienste politischer Interessen (Anders Piltz) und Erwin Rohdes »Psyche« (Gregor Vogt-Spira).
Den Abend verbrachten die Teilnehmer in geselliger Runde im Restaurang Eros: bestehende Beziehungen wurden vertieft, neue Freundschaften geknüpft. Am Dienstagmorgen besprach man die weitere Kooperation und beschloß die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft von Altertumswissenschaftlern im Ostseeraum, die sich u. a. interdisziplinär mit Themen der Antikerezeption beschäftigen soll. Das erste Kolloquium des Arbeitskreises wird im kommenden November in Greifswald stattfinden.
Die Camena Borealis erfreut sich auch bei unseren schwedischen Partnern wachsenden Zuspruchs: zum ersten Mal in der Geschichte der Lunder Universität wurde ein Neubeginnerkurs in Latein angeboten - und 611 Studierende meldeten sich! Der fröhliche Andrang kam unerwartet: 90 Plätze wurde vergeben; einige Interessierte studieren jetzt Griechisch. Fazit: der vom Gräzisten Jerker Blomqvist und der Archäologin Eva Rystedt organisierte Austausch war ein voller Erfolg! Wir freuen uns auf unsere Freunde und Kollegen im November 2002.
Dr. Boris Dunsch, Lehrstuhl für Latinistik, Institut für Altertumswissenschaften, Universität Greifswald
Presseartikel - Colloquium Balticum
weitere Artikel:
"Restaurang Eros Colloquium Balticum III in Lund""Eine gute Gelegenheit - Interdisziplinäres deutsch-schwedisches Barocksymposium in Lund"
"Auffrischung der Antike
Colloquium Balticum II - Altertumsforscher rund um die Ostsee tagen über Antikerezeption""Vivit, crescit, floret - Camena Borealis"
"Aus Liebe zu Ovid: Colloquium Balticum vereint Ostsee-Altertumsforscher"